Ein Wochenende voller Wettbewerb, Handwerk und Erfahrungsaustausch: Beim Landesausscheid der Metallgestalter in Chemnitz traten vier Lehrlinge aus Sachsen gegeneinander an. Für die beiden Teilnehmer aus Dresden hätte der Wettbewerb kaum erfolgreicher laufen können.
Mein Wochenende vom 21. bis 22. August war alles andere als langweilig. Statt auszuschlafen oder einfach einmal nichts zu tun, ging es für mich nach Chemnitz zum Landesausscheid der Metallgestalter für die Deutsche Meisterschaft im Handwerk. Dort hatte ich die Gelegenheit, mein Können unter Beweis zu stellen und mich mit anderen Lehrlingen aus Sachsen zu messen.
Insgesamt gingen vier Lehrlinge an den Start – zwei aus Dresden und zwei aus Chemnitz. Bevor es allerdings an Feuer und Amboss ging, wartete zunächst ein dreistündiger Theorietest auf uns. Anschließend begann der praktische Teil des Wettbewerbs. Rund sieben Stunden Schmieden lagen vor uns.
Sieben Stunden am Schmiedefeuer
Die Aufgabe bestand darin, einen Kerzenständer zu schmieden. Dabei waren neben handwerklichem Können vor allem Ausdauer, Genauigkeit und natürlich auch Muskelkraft gefragt. Nach mehreren Stunden am Schmiedefeuer konnten wir schließlich unsere fertigen Werkstücke präsentieren.
Jeder von uns hatte am Ende seinen eigenen Kerzenständer gefertigt. Besonders schön: Wir durften die Werkstücke anschließend als Erinnerung mit nach Hause nehmen.
Für die Handwerkskammer Dresden verlief der Wettbewerb besonders erfolgreich. Die ersten beiden Plätze gingen an die beiden Dresdner Teilnehmer. Damit konnten wir uns gegen die beiden Chemnitzer Teilnehmer durchsetzen und die ersten beiden Plätze nach Dresden holen.
Vom Wettbewerb zum Erfahrungsaustausch
Für uns beide Dresdner war das Wochenende damit allerdings noch lange nicht vorbei. Anschließend ging es weiter zu einem Treffen der Landesinnung Sachsen. Wir nehmen freiwillig mit unseren Gesellenstücken am Wettbewerb „Die Gute Form“ teil und hatten dort die Gelegenheit, unsere Arbeiten vorzustellen.
Neben der Bewertung der Gesellenstücke stand vor allem der gemeinsame Austausch im Mittelpunkt. Bis spät in die Nacht wurde zusammengeschmiedet, gefachsimpelt und über Erfahrungen aus dem Berufsalltag gesprochen.
Besonders beeindruckend war es zu sehen, mit welchem Elan die Altmeister noch immer am Amboss stehen. Im Angesicht der jungen Generation schien bei dem ein oder anderen noch einmal der Ehrgeiz geweckt worden zu sein. Für uns war es eine tolle Gelegenheit, von den erfahrenen Handwerkern zu lernen und gleichzeitig miteinander ins Gespräch zu kommen.
Zwei Dresdner Gesellenstücke beim Bundesausscheid
Auch beim Wettbewerb „Die Gute Form“ kann sich Dresden über einen besonderen Erfolg freuen: Beide Dresdner Gesellenstücke haben es bis zum Bundesausscheid geschafft.
Damit ging ein anstrengendes, aber gleichzeitig sehr abwechslungsreiches und lehrreiches Wochenende zu Ende. Neben der Möglichkeit, das eigene Können unter Beweis zu stellen, konnte ich viele neue Erfahrungen sammeln, interessante Menschen kennenlernen und einiges von erfahrenen Handwerkern mitnehmen.
Und natürlich durfte am Ende auch das passende Andenken nicht fehlen: ein selbst geschmiedeter Kerzenständer.
Viel besser kann ein Wochenende eigentlich kaum laufen.
Geschrieben: Jonas Möller, ehemaliger Auszubildender bei SCHMIEDE UND STAHLBAU Gebrüder Friedrich GmbH
Bild 1: aller Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft im Handwerk im Bereich Metall. In der Mitte ist der Ausschuss. (Fachrichtungen: Feinwerkmechanik, Konstruktionstechnik, Metallgestaltung)
Bild 2: Kerzenständer im Feuer
Bild 3: alle gefertigten Werkstücke aufgereiht für die Siegerehrung
Bild 4: Jonas Möller am Schmiedefeuer
Bild 5: beide Teilnehmer aus Dresden beim Arbeiten (Links Jonas Möller, Rechts Hannes Nagel)
v.l.n.r.
Fotos: Fachvervand Metall Sachsen




